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1c) Sábado 9:00 - 12:00 Harald Neuber (Korrespondent der kubanischen Nachrichtenagentur, Berlin)
“(K)eine Alternative: Die Kuba-Politik der EU im Schatten Washingtons”
Inhalt
Die Beziehungen zwischen den Staaten der Europäischen Union und
der sozialistischen Regierung Kubas sind traditionell und wie in kaum
einem anderen Fall von der US-amerikanischen Außenpolitik
geprägt. Prägnantestes Beispiel für diese
Abhängigkeit der EU von den USA ist die Kuba-Blockade.
Spätestens mit dem “Cuban Liberty and Democratic Solidarity
Act” (Helms-Burton-Gesetz) werden ab 1996 auch europäische
Bürger und Unternehmen Opfer der aggressiven US-Politik, sofern
sie Geschäftskontakte mit Kuba unterhalten. Auf EU-Ebene wurde
diese interventionistische Außenpolitik zugunsten der
transatlantischen Partnerschaft akzeptiert. Ebenfalls 1996 wurde auf
Initiative der damals amtierenden konservativen spanischen Regierung
ein „Gemeinsamer Standpunkt“ der EU gegenüber Kuba
formuliert. Das Dokument ist seither ein ständiger Gegenstand von
Debatten zwischen Brüssel und Havanna. Nach Ansicht der
kubanischen Regierung versucht das Positionspapier in Ergänzung
der US-amerikanischen Außenpolitik einen Systemwechsel in Kuba zu
erzwingen. Es wird daher als „unilaterale und
interventionistische Maßnahme“ zurückgewiesen.
Über zehn Jahre nach dem Erlass des Helms-Burton-Gesetzes in den
USA und des „Gemeinsamen Standpunktes“ in Brüssel
führt diese arrangierte Kuba-Politik aber auch zu wachsenden
Konflikten innerhalb der EU. Während postkommunistische Staaten im
Osten der Union sich weiterhin an der US-amerikanischen Linie
orientieren – allen voran Tschechien und Polen – setzen
kerneuropäische Staaten auf eine Emanzipierung von den Vorgaben
aus des USA. Das Thema ist von hoher Aktualität, da im ersten
Halbjahr 2010 Spanien die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen
wird. Schon jetzt hat Madrid in internen Beratungen eine
Veränderung der bilateralen Beziehungen zu Kuba angekündigt
– und harsche Debatten provoziert. Der Workshop geht der Frage
nach, inwiefern die EU eine von den USA eigenständige Kuba-Politik
entwickeln kann, wie Washington auf die Gestaltung der Beziehungen
zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und Kuba einwirkt und inwiefern
Brüssel schon heute alternative Wege beschreitet.
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