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1a) Sábado 9:00 - 12:00 Rainer Schultz (Harvard University/Universität zu Köln)
“Mit Martí und Fidel im Klassenzimmer”

Inhalt
In seiner Parlamentsansprache vom 1. August 2009 überraschte Regierungschef Raul Castro mit der Ankündigung, 20.000 Lehrer aus ihrer Pensionierung wieder in die Schulen zu holen. Die zu Anfang des Millenniums von seinem Bruder stolz verkündete Botschaft, dass jedes Klassenzimmer über einen Fernseher verfügt, könnte sich als Bumerang erweisen angesichts der Tatsache, dass oft wenig qualifizierte Lehrkräfte auf Videounterricht statt Interaktion zurückgreifen. Zugleich macht der Erfolg von Kubas Alphabetisierungsprogramm „Yo Sí Puedo“ vor allem in den ALBA-Staaten international Schlagzeilen. In dem Workshop soll es darum gehen, die gegenwärtigen Herausforderungen der Schulbildung durch einen Blick auf ihre historischen Grundlagen zu verstehen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den internationalen Einflüssen (Spanien, USA, sozialistische Staaten so wie Kubas Ausstrahlung auf andere Länder). Neben einer kurzen Übersicht der Veränderungen seit dem spanischen Kolonialregime und der US-geprägten Republik liegt der Schwerpunkt auf den Reformen seit 1959 als Durchsetzung historischer Emanzipationsforderungen. Durch die Diskussion der kampagnenhaften Bildungsmaßnahmen soll zugleich ein Einblick in den modus operandi der Revolutionspolitik gegeben werden. Anhand aktueller Texte sollen auch Vor- und Nachteile des gegenwärtigen Bildungssystems in seiner Wechselwirkung mit der sozioökonomischen Problemlage auf der Insel und seinem regionalen Kontext angesprochen werden.