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Dr. Karl Buck
 Dr.
Karl Buck studierte Politikwissenschaften und Romanistik in
Tübingen, Lyon, Santiago de Chile und Gainesville/Florida. Er
dissertierte 1973 bei Prof. Klaus von Beyme über "Die
Sozialistische Partei Chiles 1933-73".
Von 1978 bis zu seiner Pensionierung 2009 war er Beamter der EU im
Generalsekretariat des EU-Ministerrates (Bereiche: Beziehungen zum EP,
Haushalt,
Mittelmeerraum, Lateinamerika und Kariben, AKP-Staaten). Von 2002
bis
2009 war er Abteilungsleiter der Generaldirektion für
Lateinamerika und die Kariben. Er hat zahlreiche Artikel über die
EU-Institutionen, die Entwicklungspolitik und die Beziehungen zwischen
EU und Lateinamerika veröffentlicht.
buck.karl[at]gmail.com
Vortrag: Der Freihandelsvertrag zwischen der Europäischen Union und Kolumbien
Referent: Dr.Karl Buck
Vorbemerkung:
Um es vorwegzunehmen, ich halte folgendes für bedenkenswert in Situationen wie Kolumbien:
- Fortlaufende moralische
Entrüstung und Selbstgerechtigkeit schaden bei der
Vergangenheitsbewältigung ( nach J.Fleischhauer, Bruder IM,
Spiegel 47/2009)
- „an unrealistic maximalist
approach fails to take into account that full peace does not equal full
justice; if you want total justice, you have no peace; if you want only
peace, you have no justice.“ (Vizepräs. F.Santos
Calderón im Januar 2006 mit der EU-Troika in Genf)
- Kolumbien, das trotz Jahrzehnten
bewaffneter Konflikte und krasser sozialer Gegensätze essentielle
Aspekte eines demokratischen Staates bewahrt und beachtliches
Wirtschaftswachstum erzielt hat, ist ein Land ideologisierter
Wirklichkeiten. Verschiedene „Kolumbien“ existieren in den
Köpfen.
- Europäische NGOs scheinen
der Regierungspolitik, aber auch der EU-Haltung ablehnender
gegenüberzustehen als die kolumbianische Zivilgesellschaft.
- Die EU hat kontinuierlich ihre „volle
Unterstützung“ für die Bemühungen um eine
Lösung des „internal armed conflict“ durch
Verhandlungen betont, aber auch Verbesserungen verlangt, wo sie
Unzulänglichkeiten, ja die Gefahr des Scheiterns sah.
- Die EU als „soft power“
verfügt über erhebliches Potential als Handelsmacht und
weltweit grösste Quelle von Entwicklungszusammenarbeit.
Instrumente der EU-Politik sind u.a. handelspolitische Massnahmen, insbesondere als Anreiz für alternative Produktion, um auch so Drogenproduktion und –export zu bekämpfen:
Seit 1990
gewährte die EU einseitig den Anden- und zentralamerikanischen
Ländern Vorzugsbedingungen für den Zugang zum
europäischen Markt für alle Industriegüter und
zahlreiche Agrargüter. Somit kamen bis zu 84% der
kolumbianischen Exporte in die EU in den Genuss zollfreien Zugangs. Aus
diesem Grund gab es in der EU erhebliche Bedenken, als die
Andenländer drängten, mit ihnen ebenfalls
"Assoziationsabkommen", einschliesslich Freihandelsabkommen
abzuschliessen.
Der Vortrag wird
- erläutern, wieso statt
üblicher regionaler Abkommen mit Kolumbien und Peru bilaterale
Verträge ausverhandelt wurden
- Meinungen korrigieren, dies sei auf Druck der EU erfolgt
- Chancen und Risiken eines gegenseitigen Freihandels erörtern
- auf die politische Konditionierung des Vertrags eingehen (Menschenrechtsklausel ...).
Ausserdem gibt es seit
1996 gibt es einen jährlichen EU-Anden-Drogendialog auf hoher
Ebene- die EU akzeptierte „gemeinsame Verantwortung“ im
Kampf gegen Drogen- sowie regelmässige politische Dialoge.
In der Entwicklungszusammenarbeit hat
der Kampf gegen Armut vorderste Priorität, EZ erfolgt in
enger Kooperation mit den Empfängern und andern Gebern
wie G-24, den IFIs und den UN. Die EU-Mittel für
Zusammenarbeit mit Kolumbien begannen bescheiden 1984 mit 28,5 Mio
für 1984-89. Für die Jahre 2007-13 konzentriert sich die
bilaterale programmierbare EU-Hilfe von 160 Mio. Euro auf Frieden und
Stabilität (70%), mit inzwischen drei Peace Laboratories. Sie
erlauben einen integralen Ansatz für die Behandlung der
tieferliegenden Gründe des Konflikts. 84000 Personen profitierten
von den 300 Projekten.
Diese Fonds können durch regionale und
thematische Projekte ergänzt werden. Insgesamt belaufen sich die
EU- sowie nationale Mittel der Mitgliedstaaten auf 300-400 Mio Euros
pro Jahr.
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