Kolumbien: Vom Failing State zum Rising Star?
















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Susanna Lange

Susanna, Jahrgang 1978 ist interkulturelle Diplompädagogin und Krankenschwester.  Sie studierte an der CvO Universität Oldenburg mit dem Schwerpunkt Nord-Süd Beziehungen. In ihrer Diplomarbeit konzipierte sie ein Gesundheitsförderungsprojekt für marginalisierte Frauen in Kolumbien. Die letzten drei Jahre, seit 2008 war sie als Freiwillige und Angestellte für peace brigades international (pbi) in drei verschiedenen Teams in Kolumbien tätig. Pbi ist eine internationale Begleitorganisation für Menschenrechtsverteidiger_innen. Die Organisation ist seit 1994 in Kolumbien präsent und begleitet vor Ort Vertriebenengemeinden und Organisationen von Menschenrechtsverteidiger_innen.
Auf Grund ihrer Arbeitserfahrung vor Ort und ihrer mehrjährigen Tätigkeit in verschiedenen Gebieten Kolumbiens, hat sie besondere Kenntnisse über die soziale-, politische- sowie die Menschenrechtssituation in Kolumbien.

Workshop: Straflosigkeit in Kolumbien
Leitung: Susanna Lange

Trotz gegenteiliger Behauptungen und Bemühungen liegt die Straflosigkeit für begangene Menschenrechtsverbrechen in Kolumbien bei etwa 90 Prozent.
Menschenrechtsverteidiger_innen und andere Menschen, die sich gegen Straflosigkeit einsetzen, engagieren sich fast immer unter widrigen Umständen. Oftmals verdreht sich hierbei die Opfer-Täter Perspektive auf absurde Weise. Nicht nur, dass Menschenrechtsverteidiger_innen auf Grund ihrer Arbeit verschiedenen Gefahren, Bedrohungen und Diffamationen ausgesetzt sind, seit jeher wird auch auf juristische Weise gegen sie vorgegangen. Es kam zu verschiedenen Strafverfahren, so dass Menschenrechtsverteidiger_innen ohne Prozesse im Gefängnis sitzen. Nicht nur, dass die illegalen Prozesse oftmals durch gekaufte Zeugen bestritten werden, hinzu kommt, dass die Prozesse häufig von denjenigen angestrebt werden, denen sie selbst Menschenrechtsverbrechen nachgewiesen haben.

In diesem Workshop soll zunächst den Formen von Straflosigkeit nachgegangen werden, daraus folgend werden die Auswirkungen von Straflosigkeit erarbeitet. Dabei wird hervorgehoben, auf welche Schutzmechanismen Menschenrechtsverteidiger_innen und soziale Bewegungen letztendlich zurückgreifen können, um der Straflosigkeit etwas entgegenzusetzen. Auch soll betrachtet werden, wie in Kolumbien mit Straflosigkeit im Allgemeinen umgegangen wird und versucht werden aus internationaler und nationaler Sicht Instrumente herauszuarbeiten, die dieser Straflosigkeit etwas entgegensetzen könnten.

Spanischkenntnisse sind notwendig, da die Primärliteratur über Straflosigkeit doch hauptsächlich aus Kolumbien selbst kommt.