Die Produktion und der Verbrauch von Ethanol aus Zuckerrohr werden
in Brasilien seit den zwei Ölkrisen staatlich gefördert,
mittlerweile können so 17% des Kraftstoffbedarfs gedeckt
werden. Aufgrund hoher Ölpreise und der Einführung der
Flex-Fuel-Technologie ist Ethanol an der Tankstelle wettbewerbsfähig,
der Staat garantiert aber auch über variable Beimischungsquoten
(20-25%) zum Normalbenzin den Ethanolproduzenten einen Mindestabsatzmarkt.
Trotz attraktiver Investitionsbedingungen, die zahlreiche nationale
und internationale Unternehmen anlocken, finanziert auch die staatliche
Entwicklungsbank den Anbau von Zuckerrohr und den Bau von Ethanolanlagen
durch die Vergabe günstiger Kredite. Optimistische Annahmen
gehen von einem Wachstum der Ethanolproduktion von derzeit 17
Mrd. l auf 100 Mrd. l in 2025 aus. Da das Alkoholprogramm als
„nationale Erfolgsstory“ betrachtet wird, erfolgt
eine kritische Diskussion der ökonomischen, sozialen und
ökologischen Grenzen dieses Wachstums in der brasilianischen
Öffentlichkeit nur selten.
Das Ende 2004 lancierte Biodieselprogramm wird von der brasilianischen
Bundesregierung als Energie- und Sozialprogramm beworben. Steuererleichterungen
sollen die Produktion von Biodiesel aus Rohstoffen, die in kleinbäuerlicher
Landwirtschaft und insbesondere im Norden oder Nordosten angebaut
werden, bevorzugen. Tatsächlich wird der ab Januar 2008 in
Höhe von 2% verpflichtend beizumischende Biodiesel jedoch
hauptsächlich aus Sojaöl hergestellt. Um den technologischen,
logistischen und ökonomischen Herausforderungen zu begegnen
und andere Pflanzenöle nutzen zu können, muss deswegen
weiter in Forschung und Entwicklung investiert werden.
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