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Andreas Hetzer

Auswirkungen der erneuerbaren Ressourcen auf die Umwelt

Auf den ersten Blick scheinen Energiepflanzen wie Zuckerrohr, Soja, Mais oder auch Ölpalmen aufgrund der starken Nachfrage der Industrieländer nach alternativen Kraftstoffen vielversprechende Exporteinnahmen für die Länder Lateinamerikas zu zeitigen. Auf den zweiten Blick allerdings zeigt sich, dass die Energiepflanzen zunehmend die Ernährungssicherheit einzelner Länder gefährden, da immer mehr Anbauflächen für das lukrative Geschäft mit Agrotreibstoffen geopfert werden. Für die Menschen bedeutet dies, dass Grundnahrungsmittel, die vorher im eigenen Land erzeugt wurden, nun importiert werden müssen und für die ärmere Bevölkerung unerschwinglich werden.

Gleichzeitig treibt die Nachfrage nach Energiepflanzen den Weltmarktpreis z.B. für Mais künstlich in die Höhe, so dass sie als Nahrungsmittel für die Menschen des Südens zu teuer werden. Ein anderes Problem stellt die intensivierte und industrielle Landwirtschaft dar. Meist sind es transnationale Konzerne und Großunternehmen, die am Geschäft mit den Agrotreibstoffen kräftig verdienen wollen. Die einheimischen Bauern werden dabei kaum berücksichtigt. Die industrielle Landwirtschaft ist ständig bestrebt, Anbauflächen zu erweitern, so dass nicht selten wertvolle Regenwaldflächen gerodet werden und angebaute Monokulturen die Artenvielfalt bedrohen. Die Energiebilanz, auf die sich die Befürworter von Agrotreibstoffen gern berufen, muss deswegen nicht immer positiv ausfallen. Berücksichtigt man den gesamten Produktionsprozess von Agrotreibstoffen und rechnet die aufgebrachte Energie zur Dünger- und Pestizidherstellung sowie die Veredelung mit in die Bilanz ein, so entsteht ein völlig neues Bild.

Dieses Hintergrundwissen ist notwendig, um die in Europa angeheizte Debatte um „Biokraftstoffe” mit fundierten Fakten zu konfrontieren. Fest steht, dass „Biokraftstoffe” nur wenig zur Reduzierung des weltweiten CO2-Ausstoßes beitragen werden und nur wenig Sinn machen, solange beispielsweise der Flugverkehr oder die Industrie nicht mit Auflagen ihres Schadstoffausstoßes belangt werden. Was stattfinden muss, ist ein Wandel der Mobilitätskultur in den westlichen Industrieländern und ein bewussterer Umgang mit Energieressourcen.

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