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Jens Giersdorf

Sozio-ökonomische Aspekte der Biokraftstoffproduktion (Brasilien)

Mit Ethanol aus Zuckerrohr wird – nicht nur aus historischen Gründen – ein Produktionsmodell assoziert, das auf dem ausbeuterischen Umgang mit natürlichen Ressourcen und der menschlichen Arbeitskraft basiert. Neben den „Zucker- bzw. Ethanolbaronen” und den Saisonarbeitern gibt es jedoch auch unabhängige Zuckerrohrbauern. Die körperlich sehr anstrengende Zuckerrohrernte auf den Feldern Süd- und Zentralbrasiliens stellt zudem für viele Wanderarbeiter aus dem Nordosten Brasiliens eine wichtige Einkommensquelle dar. In dem Workshop soll diskutiert werden, welche Alternativen möglich sind, wenn diese Form der Arbeit durch eine maschinelle Ernte ersetzt werden soll und ob die Produktionsstrukturen der Zucker- und Ethanolproduktion in Brasilien ökonomischen Notwendigkeiten folgen oder auch institutionelle Faktoren eine Rolle spielen, die politisch entsprechend gestaltet werden könnten.

So zeigt sich am Beispiel des Biodieselprogramms, dass bestimmte Produktionsstrukturen durch gesetzgeberische Maßnahmen bevorzugt werden können. Auch wenn die Effektivität dieser Maßnahmen noch nicht abschließend einzuschätzen ist, sollen generelle ökonomische, technologische und logistische Aspekte der Biodieselproduktion in Brasilien diskutiert und die Frage geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen ein solches Programm auch einen Beitrag zur Armutsminderung in strukturschwachen Regionen leisten kann.

Texte zur Vorbereitung: