Mit Ethanol aus Zuckerrohr wird – nicht nur aus historischen
Gründen – ein Produktionsmodell assoziert, das auf
dem ausbeuterischen Umgang mit natürlichen Ressourcen und
der menschlichen Arbeitskraft basiert. Neben den „Zucker-
bzw. Ethanolbaronen” und den Saisonarbeitern gibt es jedoch
auch unabhängige Zuckerrohrbauern. Die körperlich sehr
anstrengende Zuckerrohrernte auf den Feldern Süd- und Zentralbrasiliens
stellt zudem für viele Wanderarbeiter aus dem Nordosten Brasiliens
eine wichtige Einkommensquelle dar. In dem Workshop soll diskutiert
werden, welche Alternativen möglich sind, wenn diese Form
der Arbeit durch eine maschinelle Ernte ersetzt werden soll und
ob die Produktionsstrukturen der Zucker- und Ethanolproduktion
in Brasilien ökonomischen Notwendigkeiten folgen oder auch
institutionelle Faktoren eine Rolle spielen, die politisch entsprechend
gestaltet werden könnten.
So zeigt sich am Beispiel des Biodieselprogramms, dass bestimmte
Produktionsstrukturen durch gesetzgeberische Maßnahmen bevorzugt
werden können. Auch wenn die Effektivität dieser Maßnahmen
noch nicht abschließend einzuschätzen ist, sollen generelle
ökonomische, technologische und logistische Aspekte der Biodieselproduktion
in Brasilien diskutiert und die Frage geklärt werden, unter
welchen Voraussetzungen ein solches Programm auch einen Beitrag
zur Armutsminderung in strukturschwachen Regionen leisten kann.
Texte zur Vorbereitung: