Der derzeitige Erdölpreis auf hohem Niveau verdeutlicht
die steigende Nachfrage besonders von Industrie- und Schwellenländern
aber auch eine beginnende Verknappung des fossilen Rohstoffs.
Die weltweite Peakförderung von Erdöl scheint erreicht
zu sein.
Daneben wird in der aktuellen Klimadiskussion der Ruf nach Kohlendioxid-neutralen
Energieträgern lauter. Von diesen Rahmenbedingungen können
erneuerbare Energiequellen weltweit profitieren. Besonders die
Nachfrage nach Biotreibstoffen in Europa, den Vereinigten Staaten
und Japan steigt unaufhörlich. Aus Landwirten werden Energiewirte.
Lateinamerika ist schon ein bedeutender Produzent von Biotreibstoffen
wie Bioalkohol. Brasilien begann bereits in den 70er Jahren mit
der Produktion von Bioalkohol aus Zuckerrohr. Damals war die Importsubstitution
des teuren Erdöls nach der ersten Ölkrise die Primärmotivation.
Mittlerweile haben die USA und Brasilien einen Anteil von rund
70 Prozent an der Weltproduktion von Bioalkohol. Die Gewinnung
in den USA erfolgt auf der Basis von Mais. Der Aufkauf von Mais
als energetischem Rohstoff führt mittlerweile zur Verteuerung
von Nahrungsmitteln, wie das Beispiel Mexiko zeigt.
In Brasilien wird von Seiten der Bundesregierung auf einen massiven
Ausbau der Produktion von Bioalkohol und Biodiesel gesetzt. Diese
Expansion der agroindustriellen Produktion kann nur auf neuen
Flächen in sensiblen Großökosystemen wie Amazonien,
dem Cerrado oder der Caatinga erfolgen. Entsprechend bilden sich
Konfliktlinien zwischen Produktion von Biotreibstoffen und Bewahrung
von Biodiversität sowie Ethnodiversität bzw. zwischen
Bioenergie und Nahrungsmittelsicherheit. Ein weiterer Aspekt vor
allem in ariden und semi-ariden Regionen Lateinamerikas ist die
Wasserproblematik, die durch eine Ausweitung der großmaßstäbigen
landwirtschaftlichen Produktion verschärft werden dürfte.
Texte zur Vorbereitung:
1) Aspekt der Biodiversität: