Energie trägt unsere Erde und insofern natürlich auch
insbesondere uns Menschen.
Während in früheren Zeiten die Energiekreisläufe
nachhaltig waren, ist dies mit dem Abbau fossiler Energieträger
nicht mehr der Fall. Mit Beginn der Industrialisierung nutzen
wir die fossilen Energieträger in großem Stil zu. Machen
wir Menschen so weiter, werden In einem Zeitraum von rund 150
Jahren alle, in Millionen Jahre durch die Natur gebildeten Energieressourcen
ausgebeutet sein. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Kohle,
Öl und Gas. Den nach uns kommenden Generationen werden diese
Quellen dann auch unwiderruflich nicht mehr zur Verfügung
stehen.
Das Ölfördermaximum (Peak Oil) wird einschneidende
Veränderungen unserer Lebenswei-sen mit sich bringen. Experten
erwarten diesen Punkt zwischen den Jahren 2006 und 2015. Ab diesem
Zeitpunkt und nicht erst zum Ende der Öl-Förderungen,
werden Kraftstoffe sehr teuer werden. Dies trifft natürlich
am heftigsten wieder einmal die armen Regionen unserer Erde. Aber
auch unser westlicher Lebensstil wird sich einschneidend ändern
wenn wir bedenken, wie wir derzeit mit den uns zur Verfügung
stehenden fossilen Energieträgern umgehen. So ist ab dem
Peak Oil ein Kampf um die verbleibenden Energiequellen abzusehen.
Nicht auszuschließen sind hierbei kriegerische Handlungen
zwischen denjenigen, die fossile Quellen beherrschen und denen
die sie begehren. Auf jeden Fall wird die Kluft zwischen Arm und
Reich noch größer werden, als sie jetzt schon ist.
Eine Möglichkeit, die negativen Folgen dieses Wandels etwas
abzumildern, ist die Nutzung regenerativer Energien, die uns die
Sonne unendlich zur Verfügung stellt. Neben der Sonnenstrahlung
direkt, dem Wind und das Wasser, können hierbei die Bio-Energien
auch eine wichtige Rolle spielen. Dies insbesondere, da diese
speicherbar sind.
Nun gibt es aber einen Zielkonflikt bei der Nutzung biogener
Energiequellen, da diese im Bereich der landwirtschaftlich nutzbaren
Flächen erzeugt werden müssen. Dieser Zielkonflikt besteht
darin, dass es eine Flächenkonkurrenz zwischen der Erzeugung
von Nahrungsgütern und der Erzeugung von Bioenergie geben
wird. Hierbei ist zu beachten, dass die weltweite Nachfrage nach
Nahrungsgütern in Zukunft noch stärker steigen wird.
Dies aus zwei Gründen. Der erste ist ein weiterhin schnelles
Bevölkerungswachstum. Der zweite Grund sind erfolgreiche
Wirtschaftsreformen in vielen Entwicklungsländern, damit
verbunden auch eine stärkere Nachfrage nach Nahrungsmitteln.
Ein weiteres, auf keinen Fall zu vernachlässigendes Problem
neben der Endlichkeit der fossilen Energieträger sind die
klimatischen Veränderungen, die durch die Nutzung dieser
Energieträger erfolgen werden. Fachleute gehen davon aus,
dass diese Veränderungen mit all ihren negativen Folgen auf
jeden Fall eintreten werden. Nur eine schnelle Änderung unserer
Lebensweise, konkret der Vermeidung klimaschädlicher Emissionen
in unsere Atmosphäre, kann die negativen Folgen etwas abmildern.
Und aus meiner Sicht bedeutet dies, so rasch als möglich,
auf die Nutzung fossiler Energien ganz zu verzichten. Alternativen
sind, wie vor benannt, die Nutzung erneuerbarer Energien. Wie
das z.B. für die BRD praktisch umgesetzt werden kann, hat
Herr Dr. Eberhard Waffenschmidt in einer Studie, die im Solarbrief
Nr. 3/ 2007 des Solarenergiefördervereins Deutschland e.V.
veröffentlicht ist, aufgezeigt.
Hierbei spielen auch die biogenen Energieträger eine wichtige
Rolle. Allerdings braucht es eine sinnvolle und gut überlegte
Konzeption. Die Brandrodung von Regenwäldern z.B. verschlimmert
die Situation eher, als sie zur Verbesserung der klimatischen
Bedingungen beiträgt. Hierbei ist anzumerken, dass die Problematik
der Brandrodung seit langem besteht und durch die Ausweitung für
die Nutzung für Bioenergien nur noch verstärkt wird.
Diese, dem Image der Nutzung von Bioenergien sehr abträglichen
Maßnahmen, dienen vom Grundsatz her auch nur den einseitigen
Interessen unserer westlichen Welt.
Was ist nun zu tun, um eine nachhaltige Lebensweise, die auch
kommenden Generationen, und dies gilt in gleicher Weise auch für
die wirtschaftlich benachteiligten Regionen dieser Erde, gerecht
wird.
Als erstes steht da ein bewusster Umgang mit den uns zur Verfügung
stehenden Energien, also im Konkreten eine drastische Verringerung
der Energieverbräuche.
Als zweites eben ein Umschalten von fossile auf erneuerbare Energieträger.
Wie dies gehen kann hat Eberhard Waffenschmidt, wie vorhin angemerkt,
in seiner Studie beschrieben. Und diese Vorgehensweise ist, und
dies ist sehr wichtig, auf viele Regionen dieser Erde übertragbar.
Bezogen auf die Nutzung der biogenen Energien heißt dies,
die Entwicklung einer ganzheitlichen Konzeption. Die Sicherung
der Welternährung steht dabei im Vordergrund und danach eine
Versorgung mit den erforderlichen Bioenergien, die wir neben der
Nutzung des unmittelbaren Energieangebotes der Sonne, noch benötigen.
Zu bedenken ist hierbei, dass die für den Energiebereich
nachgefragte zusätzliche Biomasse aber klein ist im Vergleich
zu der vorhandenen Nachfrage nach der Biomasse für den Nahrungs-
und Futtermittelsektor bzw. der stofflichen Nutzung. Es kann dabei
auf die "stillen Landreserven" verwiesen werden, die
ohne größere negative ökologische Auswirkungen
für die Energiepflanzenproduktion genutzt werden könnten
(z.B. Argentinien, Osteuropa, Australien, Wüstenregionen).
Eine verstärkte Investition in die Forschung und Entwicklung,
die den Konflikt zur Sicherung der Welternährung einerseits
und der Sicherung der Energieversorgung andererseits ausschließen
hilft, ist ebenfalls ein Erfordernis unserer Zeit.
Durch die Nutzung, bzw. Erzeugung von Bioenergieträgern
bietet sich für Entwicklungsländer eine große
Chance. Einerseits können diese sich von Importen fossiler
Energieträger lösen, die z.B. ihren wirtschaftlichen
Entwicklungen entgegenstehen, da diese sehr kostenintensiv sind.
Im Kontext dazu bietet sich auch die Chance, eine eigene Wertschöpfungskette
einzurichten, die den jeweiligen Volkswirtschaften zu Gute kommt.
Sinnvoll ist dies jedoch nur in überschaubaren und kleinräumigen
Systemen (Regionale Wertschöpfung). Diese bieten die Gewähr
einer demokratischen Energieerzeugung, die allen zur Verfügung
stehen kann und verhindert gleichzeitig die Dominaz internationaler
Konzerne in diesen Bereichen.
Beispiel: Der P.R.O. e.V. hat ein entsprechendes kleines Projekt
in Sambia initiiert. Seit 2004 produziert eine kleine Ölmühle
heimische Sonnenblumensaaten zu Öl und Presskuchen. Das Öl
wird im Lebensmittelbereich regional vermarktet, der Presskuchen
wird als proteinreiches Tierfutter an die Farmer, die auch die
Sonnenblumen anbauen, zurückgegeben.
Seit dem Herbst des Jahres 2006 ist ein erstes Dieselfahrzeug
für den Kraftstoff Pflanzenöl umgerüstet worden.
Damit wird u.a. den Menschen in Sambia demonstriert, dass Pflanzenöle
einen vollwertigen Ersatz für herkömmliche Dieselkraftstoffe
darstellen. Gleichzeitig mit der Umrüstung des Fahrzeugs
wurde ein Versuchsfeld mit der Jatropha-Nuss angelegt. Dies mit
dem Ziel, zum späteren Zeitpunkt (Jatropha braucht 3 Jahre
bis zur ersten Ernte) das Öl dieser Nuss, welches für
Mensch und Tier völlig ungenießbar ist, einer technischen,
bzw. motorischen Verwendung zuzuführen.
zur Projektbeschreibung REGIOOEL
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