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Soziale Sicherheit in Lateinamerika – Neue Wege durch linke Regierungen?

Eine Tagung der Fachschaft Regionalwissenschaften / Regionalstudien Lateinamerika vom 14. bis 16. November 2008 an der Universität zu Köln.

Soziale Sicherheit ist weltweit ein wichtiges Thema. In Lateinamerika ist es insbesondere durch die Regierungswechsel in den vergangenen Jahren verstärkt in die Diskussion geraten.

Alle Menschen sind im Laufe ihres Lebens Risiken ausgesetzt, deren Eintreten einschneidende Konsequenzen sozialer und ökonomischer Art haben kann. Vor allem arme Menschen sind aufgrund ihrer Verwundbarkeit stärker von Risiken betroffen als der Rest der Bevölkerung. Systeme der Sozialen Sicherung sollen verhindern, dass Menschen durch Umstände wie zum Beispiel Krankheit, Unfall oder Naturkatastrophen in Armut absinken, aus der sie sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien können.
Auch für Entwicklung spielt Soziale Sicherheit eine große Rolle, da sie dazu beitragen kann, den Teufelskreis von Armut und Verwundbarkeit zu durchbrechen und Armut zu reduzieren.

Obwohl es sich bei der Sozialen Sicherheit um ein in Artikel 22 und 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegtes Menschenrecht handelt, ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung von Systemen der Sozialen Sicherung ausgeschlossen.

Auch in Lateinamerika existiert in den meisten Ländern kein alle Bevölkerungsschichten einschließendes staatliches System der Sozialen Sicherung. Die vorhandenen Formen privater Absicherung, die immer weiter ausgebaut werden, sind für einen großen Teil der Bevölkerung aufgrund knapper finanzieller Ressourcen nicht zugänglich.
Derzeit erheben in einigen Ländern Lateinamerikas Regierungen, die sich als links verstehen, den Anspruch eine soziale Politik zu betreiben. Doch führt diese neue Politik wirklich zu mehr sozialer Sicherheit für die Bevölkerung und zu langfristigen Veränderungen? Welche Maßnahmen werden ergriffen um zu mehr Sozialstaatlichkeit zu gelangen? Öffnen sich durch die Politik der linken Regierungen neue Wege zur sozialen Sicherheit?

Im Rahmen der Tagung sollen diese Themen interdisziplinär diskutiert werden - nicht nur aus wirtschafts- und sozialpolitischer Sicht, sondern auch unter Einbeziehung genderspezifischer, historischer und völkerrechtlicher Perspektiven.

Download des Programmflyers als PDF

Kontakt: latif-2008(at)uni-koeln.de

 

Die Ergebnisse der Tagung „Erneuerbare Ressource - Chance oder Risiko für Lateinamerika?” sind beim Wissenschaftlichen Verlag Berlin erschienen.